Eine karibische Superstruktur von Karim Rashid
An der mexikanischen Küste markiert das Temptation Cancun Resort einen echten Meilenstein der Hotelarchitektur in der Karibik. Das Haus wurde komplett neu gebaut, für mehrere Millionen Dollar, und hat die Skyline von Cancun mit einer spektakulären Superstruktur von 430 Zimmern neu gezeichnet, voller großzügiger Kurven und kräftiger Farben.
Diese architektonische Geste vertraute man Karim Rashid an, einer globalen Designerpersönlichkeit mit sofort erkennbarer Handschrift. Das Projekt erhielt mehrere Branchenauszeichnungen, darunter eine Anerkennung bei den Construction and Engineering Awards 2016. Die architektonische Koordination übernahm Ruben Chavez (Original Resorts), die künstlerische Leitung der Innenräume Gina Rosete (Tropiqa Studio Mexico).

Das Konzept des „sensual minimalism“
Rashid nennt seinen Ansatz „sensual minimalism“: eine reduzierte Formensprache, inspiriert von den Linien des menschlichen Körpers, die Material und Farbe in den Dienst eines immersiven Gästeerlebnisses stellt. Im Temptation zeigt sich diese Haltung in jedem Möbelstück, das der amerikanisch-ägyptische Designer selbst ausgewählt oder entworfen hat.
Das Haus, das erwachsenen Gästen vorbehalten ist, setzt bewusst auf einen überschwänglichen Auftritt. Hinter dem visuellen Effekt steht jedoch eine sehr strenge Logik: ein einziger Gestalter für eine Gesamthandschrift, die vollständig unter Kontrolle bleibt.

Vertex im Restaurant Sea Flit
Im Restaurant Sea Flit hat Karim Rashid Stühle und Tische der Kollektion Vertex ausgewählt, die er selbst für Vondom entworfen hat (Karim Rashid). Der Schritt ist radikal: ein einziges Möbelvokabular für einen einzigen Ort, perfekt kuratiert.
Vor dem Restaurant setzt das Projekt die Pflanzkübel Pal mit integrierter LED-Beleuchtung ein, dazu die Sessel Voxel. Drei Kollektionen, drei Rollen, dieselbe formale Stimmigkeit vom Zeichentisch von Rashid.


Bash Bar und die Wing-Handschrift von A-Cero
In der rund um die Uhr geöffneten Bash Bar hat Vondom Hocker und Tische der Kollektion Wing aufgestellt, entworfen vom Studio A-Cero. Die organischen Linien der Kollektion setzen die Formensprache, die Rashid für den Rest des Resorts festgelegt hat, ganz natürlich fort.
Diese Wahl zeugt von szenografischem Gespür: Die Handschriften der Designer wechseln, doch die gemeinsame Grammatik bleibt (Kurven, sinnlicher Strich, mutige Farben). Wing leistet seinen Beitrag, ohne die Gesamtwirkung zu brechen.

Noma von Javier Mariscal, der verspielte Akzent
Zur Szenografie gehören auch Stücke der Kollektion Noma, entworfen von Javier Mariscal. Ihre geschwungenen Linien setzen einen verspielten Akzent, typisch für den spanischen Designer, der für seinen lockeren Strich gefeiert wird.
Drei große Designer, sechs Kollektionen: Temptation Cancun zeigt, wie ein ambitioniertes Projekt unterschiedliche Handschriften für eine gemeinsame Aussage vereinen kann. Das Geheimnis liegt in der Klarheit des Briefings: Kurven, Sinnlichkeit, Farbe.

Surf, das Leitstück rund um die Pools
An den beiden Konzept-Pools des Resorts übernehmen die Sonnenliegen der Kollektion Surf von Karim Rashid. Ihre geschwungene Silhouette prägt den Charakter dieses festlichen Badebereichs, den tagsüber DJs beleben.
Dasselbe Stück findet sich in einem ganz anderen Kontext wieder: im Rose Spa, einem Wellnessbereich, in dem die Sonnenliegen Surf zum Ausruhen und für Anwendungen dienen. Ein Stück, zwei diametral entgegengesetzte Verwendungen. Daran zeigt sich die Qualität eines Entwurfs: Er funktioniert in jedem Kontext, ohne seine Identität zu verlieren.


Die Kunst des Kuratierens, mehr als Dekoration
Das Temptation Cancun Resort geht über die bloße Bestellung von Outdoor-Möbeln hinaus und erreicht die Dimension echter Kuratierung. Auf 37 000 m² sind sieben Restaurants, mehrere Bars, zwei Pools, ein Spa und Boutiquen entstanden: Alle Bereiche sind wie die Kapitel desselben Buches gedacht.
Vondom begleitete Karim Rashid über das gesamte Projekt und lieferte sechs Kollektionen, die eine regelrechte Enzyklopädie des zeitgenössischen Designs bilden. Ein Referenzprojekt für alle, die verstehen wollen, wie ein einziger Designer mit den richtigen industriellen Partnern eine ganze Welt gestalten kann.











